Eschenlohr Products

Leim

ESCHENLOHR produziert einen hochwertigen Etikettenleim auf Kaseinbasis mit dem Produktnamen E 500 K.

Dieser Qualitätsleim mit einem hohen Kaseinanteil eignet sich insbesondere für schwierige Anwendungen.
Pasteurleime führen wir als Handelsware.

Die besonderen Merkmale von Kaseinleimen sind:
- Hohe Anfangs-Haftkraft
- Hohe Nassklebekraft
- Gute Laugenlöslichkeit
- Gute Pumpfähigkeit
- Gute Maschinengängigkeit
- Natur-Rohstoff

Daraus ergeben sich die folgenden Vorteile:
- Hohe Schwitzwasserbeständigkeit
- Hohe Eiswasserbeständigkeit
- Einfache Handhabung in der Flaschenwaschmaschine
- Gute Verarbeitungseigenschaften
- Biologisch abbaubar

Daraus wiederum ergibt sich folgender Nutzen beim Etikettieren:
- Eignung für nasse, trockene, kalte und warme Oberflächen
- Eignung für Stanniolierung
- Eignung für Mehrweg-Behältnisse
- Eignung für Gläser, Flaschen, Dosen
- Eignung für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten
- Eignung für pasteurisierte Behältnisse

Info-Box: Kasein (lat. Caseus = Käse)

Kasein ist der Oberbegriff für die Hauptgruppe von Eiweißen (Phosphoproteine mit den Hauptkomponenten alpha-, beta- und gamma-Kasein) in der Kuhmilch (24-28 g/l).
Sie fungieren als Strukturbildner bei der Quark-, Jogurt- und Käseherstellung.
In der Rohmilch als Kalcium-Kaseinate suspendiert vorliegend, werden sie durch Säurezugabe (Lab, Milchsäurebildende Bakterien, Mineralsäuren) als Kasein gefällt, als Nebenprodukt (Filtrat) entsteht Molke.
Die Leimeigenschaften und Wasserlöslichkeit erhält man erst nach anschließendem Aufschluss mit Lauge (Alkali): der Phosphatrest wird abgespalten, die Peptidketten lagern sich zusammen; man erhält die gewünschte klebrige Konsistenz.

Man benötigt ca.1000 kg Milch, um 30 kg Kasein zu gewinnen.
Da es sich bei Kasein um einen natürlichen Rohstoff handelt, kann es größeren Preisschwankungen unterliegen.

Technisches Kasein:

Technisches Kasein wird analog durch Ansäuern mit Schwefelsäure hergestellt. Daraus hergestellte Kaseinate dienen als Zusatzstoffe in der Fleischindustrie, für Kaffeeweißer oder Schlagcremes.

Anwendungsgebiete von Kasein:

Leim (Behältnis-Etikettierung in der Getränke- und Lebensmittelindustrie, Bau- und Holzleim)
Farbenherstellung (sog. Kaseinfarben: Kasein fungiert als Bindemittel)
Fotolack in der Ätzindustrie
Nährboden in der Mikrobiologie (Verwendung von Kaseinhydrolysaten = Spaltprodukten)

Andere Leimarten:
Kurze Übersicht über ebenfalls bei der Etikettierung eingesetzte Leime:
- Synthetikleim
- Stärkeleim (Nassklebstoff)
- Dextrinleim (Nassklebstoff)
- Dispersionsleim
- Hotmelt, Heissleim (Schmelzklebstoff)

Kriterien für die Auswahl des geeigneten Etikettierleimes:
- Etikettenrohstoff (z.B. Papier, Aluminium, Folien)
- Etikettenoberfläche (Druckfarbe, Lack, Prägung, Metallisierung), -form und -größe
- Behältnis (Material, Oberfläche(nvergütung))
- Verarbeitungsbedingungen (Luftfeuchte, Temperatur beim Abfüllen/Etikettieren, Etikettiermaschine)
- Lagerbedingungen

Etikettenrohstoff:
Das Flächengewicht und Wasseraufnahmevermögen, die Struktur, Rollneigung und Wasserdampfdurchlässigkeit werden u.a. durch den verwendeten Rohstoff bestimmt und damit der Erfolg der Etikettierung.
Alu-Folie oder Aluminium-bedampfte Papiere sind z.B. nahezu wasserdampfundurchlässig, was das Abtrocknen des Leims erschwert. Außerdem sind Alu-haltige Etiketten steifer und damit schwieriger im Handling.
Gestanzte Folien (PE, PP, PET…) dagegen weisen winzige luftdurchlässige Löcher auf, die die Leim-Trocknung begünstigen.
Sie finden dort Verwendung, wo herkömmliches Papier aufgrund besonderer klimatischer, chemischer oder mechanischer Beanspruchung nicht geeignet ist.

Etikettenoberfläche:
Druckfarben werden zu Informations- und Marketingzwecken eingesetzt, Lacke als Schutzschicht. Beide Beschichtungen verdichten das Papier einseitig und haben so Einfluss auf die Durchlässigkeit von Luft und Wasser: Durch eine zu dichte Oberfläche wird das Wasser des Klebstoffs unter der Oberfläche aufgestaut, Papierfasern quellen. Die Folgen: Es bilden sich Falten und die Laugedurchdringung beim Reinigen wird gestört, was mit einer verzögerten Etikettenablösung in der Reinigungsmaschine verbunden ist.
Metallisierung ist die 3. Art der Beschichtung von Etiketten.
Sie stellt eine besonders hohe Anforderung an die Papieroberfläche und erfordert daher eine gleichzeitige Prägung.
Durch die Prägung wird das Abtrocknen des Leims begünstigt, die Laugendurchdringung bei der Reinigung verbessert und der Leimwanderung bei Schwitzwasser entgegen gewirkt. Geprägte Papiere erkennt man an einer gewissen Rauhigkeit, manchmal sind sie auch steifer als unbehandelte Papiere.

Behältnis:
Die Wahl des Leims richtet sich stark nach dem Material. Während Kaseinleim Mittel der Wahl für das Etikettieren von Gläsern, Flaschen und Dosen ist, finden bei Kunststoff-Behältnissen (z.B. PET-Flaschen) meist Dispersions- oder Hotmelt-Klebstoffe Anwendung. Die Oberflächenvergütung dient bei Glasoberflächen als Kratz- und Festigkeitsschutz. Besonders für Flaschen, die der Abfüllung stark Kohlensäurehaltiger Getränke dienen (z.B. Sekt), ist die Qualität der Oberflächenvergütung von Bedeutung.
Einsatzbereich unseres Kaseinleims sind normal und schwach vergütete Glasoberflächen.

Verarbeitungs- und Lagerbedingungen:
Die Einhaltung der „richtigen“ (d.h. der vom Hersteller angegebenen) Luftfeuchtigkeits- und Temperaturparameter während der Verarbeitung und Lagerung ist entscheidend für den Etikettiererfolg. Beispielsweise können in sehr trockenen Räumen gelagerte Roh-Etiketten bereits vor der Etikettierung durch Schrumpfung der Papierfasern austrocknen. Verwendet man sie, führt es zu Faltenbildung und hochstehenden Ecken oder Rändern.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit warmer Luft dagegen führt an kälteren und/oder nassen Behältnissen zu Leimwanderung durch Schwitzwasserbildung: die Luftfeuchtigkeit kondensiert auf der kalten Behältnis-Oberfläche, der Leim kann sich wieder anlösen und „wandern“. Nachträgliche Faltenbildung oder gar Schimmelbildung sind die Folgen.
Da die Viskosität des Leims eine Funktion der Temperatur ist, haben Änderungen in beide Richtungen Auswirkungen: ist die Temperatur höher als vom Leim-Hersteller gefordert, sinkt die Viskosität. Der Leim wird dünnflüssiger und neigt mehr zum Spritzen bei der Verarbeitung. Außerdem sinkt die Anfangs-Haftkraft. Ist die Temperatur niedriger, brauchen die Heizaggregate der Etikettiermaschine zu lange, um den Leim auf die Verarbeitungstemperatur zu bringen, die Pumpfähigkeit wird schlechter.
Die Etikettiermaschinen beeinflussen das Etikettierergebnis durch ihr Alter (Verschleiß, Wartung), Laufgeschwindigkeit und andere Parameter. Beispielsweise verändert sich bei Verschleiß der gummierten Oberfläche der Klebstoffauftrag und damit das Haftergebnis.

Tipps für die richtige Handhabung des Leims:
Lagerung des Leims: in original verschlossenen Gefäßen möglichst bei Raumtemperatur, nicht aber unter 5°C, mind. 6 Monate lagerfähig
Verarbeitungshinweis: 25-35°C, ideal bei 28-30°C

Verpackungseinheiten und technische Daten
Ein Leimeimer oder auch Hobbock enthält 31 kg Leim; eine ESCHENLOHR-Palette umfasst 12 Hobbocks, demnach 372 kg.

Definition Klebstoffe/Leim:

Klebstoff-Definition nach DIN 16920:
Nichtmetallische Werkstoffe, die Körper durch Oberflächenhaftung (=Adhäsion) und innere Festigkeit (=Kohäsion) verbinden, ohne das Gefüge der Körper wesentlich zu verändern.
Als Leime werden bevorzugt wasserlösliche Klebstoffe bezeichnet.

Info: Kaseinleim zählt als Nassklebstoff zu den physikalisch abbindenden Leimen: diese kleben ohne stoffliche Veränderung.

Bestelldaten

Hobbock (31 kg) P600-00101
ESCHENLOHR Palette (12 Hobbocks) 372 kg

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© 2007 ESCHENLOHR GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Last update: 27.01.2009